raumnot.rausch.scheitern
die frage nach dem digitalen sein (2)

warum wird bei den bildern dieser digitalen welten von virtuellen räumen gesprochen? - von räumen zu sprechen, ist sicher unrichtig, wenn man diese als traditionelle, geometrische räume sieht. erachtet man aber den raum als dritte dimension aufgespannt durch zeit und fläche, so ist die bezeichnung raum zwar noch immer verwirrend und nicht eindeutig, aber sehr wohl adäquat. ein sehen in diesen technischen bildern ist ein filmesehen, ein filmese-hen digitaler bilder.
wo wahrscheinlichwerden den höchsten grad erreicht, dort, wo es daran ist, ins wirkliche umzustürzen, spricht man von virtuell, je unwahrscheinlicher die möglichkeiten werden, desto informa-tiver sind sie, bis sie schließlich an der grenze zum unwirklichen angelangen. so sind virtuelle räume höchst wahrschein-lichwerdende zeit-flächen-kontinuen.
der sinn der digitalen welt ist zu sein. damit ist sie im grunde genom-men sinnlos. ihr sinn ist es also sinnlos zu sein. diesen scheinbaren wiederspruch zu akzeptieren ist ein erster schritt zum verständnis der digitalen welt.
anarchie ist sinnlos. anarchie folgt einer spielstrategie die vorallem dazu taugt, orte für theismen und atheismen, für mythologie und naturwissenschaft, für kunst und ethik zu bilden, anarchie ist gleichzusetzen mit der suche und dem experiment unter dem vor-zeichen der vielfalt und der gegensätze, anarchie ist nicht im kantschen sinne >gesetz und freiheit ohne gewalt<, anarchie ist quasi jedem widerspruch sein topos, oder noch weit mehr als das, denn an-archie wird aus diesen gegensätzen erst gebildet. der anarchie sinn ist zu sein. der anarchie sinn ist es also sinnlos zu sein.
das anarchische sein ist ein sich kybernetisch steuerndes netz, in wel-chem nicht mehr die datencluster selbst, sondern die simulta-nität der polyloge das konkrete bilden. es ist ein anarchisches sein simultaner konterkonsensueller entscheidungen, innerhalb einer art kosmischen gehirns.

 

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