raumnot.rausch.scheitern
die frage nach dem digitalen sein (1)

wenn die welt der daten zeitlos ist wie kann man dann überhaupt über sie reden?
warum zweifeln wir an der möglichkeit aus frei verfügbaren informationsbits eine digitale welt, ein universum der technischen bilder zu schaffen, obwohl es uns gelungen ist eine sogenannte reale welt und auch uns selbst in informationen und punk-teelemente zu zerlegen?
rechtfertigt das engagement gegen die entropie, das heisst der wunsch nach unsterblichkeit, die entwicklung einer digitalen welt, die ewig und deswegen göttlich aber gottlos ist?
macht es uns angst dass alle menschen in einerer digitalen welt poten-tielle schöpfer sind und ein leben in der kontemplation von selbstgeschaffenen bildern führen? fürchten wir die eigene freiheit?
wie können wir die faschistische struktur der ge-genwärtigen bildausstrahlung, die von vordefinierten sendern geprägt wird, dauerhaft umformen?
bietet der standpunkt des technikers genug übersicht um eine dialogisierende gesellschaftsform der technischen bildwelten zu ent-wickeln?
wird man der welt der technischen bilder gerecht, wenn man in ihr materielle erscheinungsformen nachbildet?
hätten wir, ohne die augen zu öffnen und ohne zu gehen und zu berühren, die welt als räumlich und materiell er-kennen können? befinden wir uns bezüglich der techni-schen bildwelt in der situation eines wesens, das mit geschlossenen augen und bewegungslos einen fremden raum erkunden will?
kann ein abstraktes, imaterielles universum von körperhaften lebewesen konkret erlebt werden ohne sich selbst einer abstraktion zu unterwerfen, und muss diese abstraktion im endeffekt einen verlust der körperlichkeit bedeuten?

 

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