artifizielle landschaften
die frage nach dem prinzip ort und seiner entoertlichung (1)

die frage nach einem >zu hause< inmitten einer sich zusehends immer dezentraler organisierenden mediengesellschaft ist zunaechst einmal die frage nach der entoertlichung selbst. und um diese thematik der entoertlichung in ihrer gesellschaftlichen und somit auch architek-tonischen relevanz behandeln zu koennen, ist fuer uns zunaechst eine erforschung des prinzips ort von bedeutung. eine moeglichkeit dazu ist die schaffung von orten - von kuenstlichen orten - selbst. diese topos-bildung laesst in ihrer vernetzung eine topografie entstehen, wobei erst diese artifizielle landschaft den ort in seiner vollen komplexitaet erken-nen laesst. dabei spielt es keine rolle, ob es sich um reale landschaften handelt oder ob dazu virtuelle topografien kreiert werden. besteht struktur und poesie der realen landschaft aus materialitaeten und ent-fernungen, wahrnehmbar mit allen sinnen, so sind das bei der virtuel-len landschaft am bildschirm pixel und die zeit selbst, wahrnehmbar als farben, kontraste und design. bergspitzen stehen verlinkungstiefen gegenueber, flurformen den dokument- und dateistrukturen, rhythmi-sche wiederholung von landschaftsbildenden elementen den farb- und wortrhythmen und reisegeschwindigkeiten durch diese realen land-schaften sind mit dem netsurfen vergleichbar.

 

home   next   previous   30